Naturtexilien aus Biobaumwolle sind besser
3. Februar 2009 von Sybille
Konventionelle Baumwolle ist schlecht
Denken Sie einmal an Baumwolle. Sie ist natürlich, sauber, flauschig und weiß und man meint, dies ist das Idealbild von einem gesunden und umweltfreundlichen Material.
Leider ist fast die ganze Baumwollerzeugung enorm (und immer mehr) abhängig vom Einsatz von Pestiziden.
Tatsache ist, dass auf 2,5 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche Baumwolle angepflanzt wird und 10 % der gesamten chemischen Pestizide und 22 % aller Insektizide auf die Baumwollfelder ausgebracht wird. Wenn Du ein bisschen nachrechnest, stellst Du fest, dass achtmal mehr Pestizide auf einem Hektar Baumwollfeld gesprüht werden als auf anderen Kulturen. (Jetzt stell Dir mal vor, Du tauchst die flauschige Knospe der Baumwolle in einen Bottich von Rohöl).
Ok, so eine Ladung an Chemikalien landet auf der Baumwolle, aber sind diese wirklich so schlecht?
Und wie! Sie sind schrecklich!
Hier die Gründe:
Umwelt-Zerstörung
Schwerer Einsatz von Pestiziden reduziert die biologische Vielfalt, stört Ökosysteme, und verunreinigt das Grundwasser mit Schadstoffen. Noch schlimmer ist, dass Schädlinge eine Resistenz gegen die synthetischen Pestizide aufbauen.
So benötigen die Landwirte jedes Jahr mehr und mehr Pestizide für die gleiche Menge an Baumwolle. Dies bedeutet Jahr für Jahr mehr Schäden an der Umwelt.
Verschuldung
Die Schädlinge werden resistent gegen die Chemikalien, der Bauer leiht sich mehr Geld für den Kauf von noch mehr Chemikalien und die Erträge und der Gewinn von den Ernten werden jedes Jahr weniger, bis der Bauer völlig mittellos ist.
In einigen Teilen Indiens verwenden die Landwirte 60 % ihres gesamten Budgets, das sie für die Produktion der Baumwolle zur Verfügung haben.
Die Regierung schätzt, dass seit 2001 allein in Maharashtra mehr als 1000 Landwirte Selbstmord begangen haben, weil sie
vollkommen überschuldet waren.
Gesundheit
Viele Chemikalien, die beim Baumwollanbau verwendet werden sind akut giftig. Mindestens drei von ihnen sind so gefährlich, dass 120 Länder auf einer UNEP-Konferenz im Jahr 2001 zustimmten, diese zu verbieten. Das ist bis jetzt noch nicht geschehen.
Laut Schätzungen der World Trade Organisation fordert der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern jedes Jahr 20.000 Tote und drei Millionen Menschen mit chronischen Gesundheitsproblemen.
Das ist aber noch nicht alles: Der konventionelle Anbau von Baumwolle benötigt auch Unmengen von kostbarem Wasser.
Der Aralsee ist fast verschwunden, seitdem das Wasser umgeleitet wurde, um damit das “weiße Gold” in Usbekistan und Kasachstan zu bewässern.
Dies war katastrophal für die Fischerei in diesen Ländern und hinterließ in dieser Halbwüste große Mengen an Salzrückständen, die dieses Land unfruchtbar machten.
Biobaumwolle ist gut
Biobaumwoll-Anbau ist nicht nur weniger zerstörerisch für die Umwelt, sondern garantiert den Landwirten langfristig ein besseres Einkommen.
Umweltfreundlich
Bio-Baumwollanbau verwendet natürliche Pestizide (in der Regel eine Mischung aus Chilis, Knoblauch und Seife). Das hält die Schädlinge von der Kulturen, zerstören aber nicht ihre natürlichen Feinde - diese überleben und regulieren die Anzahl der Schädlinge auf natürliche Weise. Zwischen und um kleine Parzellen der Baumwollfelder werden oft andere Kulturen gepflanzt (Hirse oder Sonnenblumen). Diese schaffen eine natürliche Barriere gegen die Getreidekäfer, die durch die zusätzlichen Blätter ihren “Lieblingsimbiss” nicht mehr riechen können. (Diese sekundären Pflanzen dienen dem Landwirt als eine weitere Einnahmequelle oder Nahrung - eine sinnvolle Absicherung im Falle einer schlechten Baumwollernte.)
Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, fördert diese Art der Landwirtschaft tatsächlich die biologische Vielfalt; Bio-Baumwollfelder enthalten eine wesentlich höhere Anzahl von Insekten (vor allem jene, die von Vorteil sind).
Bauernfreundlich
Gut informierte Menschen sind bereit ein wenig mehr für Biobaumwolle zu bezahlen. Das ist der Grund, warum viele Hersteller von Naturtextilien den Landwirten 30 % mehr bezahlen können, als es bei konventioneller Baumwolle der Fall ist.
Hersteller wie People Tree verpflichten sich auch schon vor der Ernte zum Kauf der Baumwolle, so dass die Landwirte ein sicheres Einkommen erwarten können. Die Baumwolle für People Tree wird von einer Gruppe namens Agrocel in Gujarat (Indien) hergestellt, diese arbeitet mit 20.000 Kleinbauern zusammen, unterstützt sie bei der Umstellung auf den biologischen Anbau unter Einhaltung der Fair Trade Prinzipien. Umso mehr lohnt es sich in Biobaumwolle zu investieren.
Nachhaltigkeit
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Methoden mit unersättlichem Durst bei der Baumwollerzeugung, wird die Biobaumwolle weitgehend mit Regen bewässert. Die Böden sind mit natürlichen, organischen Materialien fruchtbar gemacht, die den Humusgehalt der Böden erhöhen und somit besser in der Lage ist die Feuchtigkeit zu speichern und ihn fruchtbarer machen.
Zum Schluss
So ist es ziemlich klar, warum Kleidung aus Biobaumwolle viel besser als die konventionell hergestellten Sachen ist.
Aber für den Fall, dass Du eine Erinnerung brauchst, hinterlässt Ram Kalaspurkar, ein Biobaumwoll-Landwirt aus Maharashtra, Indien, eine kurze Zusammenfassung:
Mit dem Kauf eines T-Shirts aus Biobaumwolle geben Sie uns die Chance zur Wiederherstellung des natürlichen Landwirtschaftssystems in einer Weise, die nicht gefährlich für die kommenden Generationen und die Erde ist, die uns alle ernährt.
Quelle People Tree
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