Die ersten Berührungen in unserem Leben erfahren wir schon im Mutterleib durch das sanfte Hin- und Herwogen des Fruchtwassers um uns herum.
Wir erfahren liebevolle Berührungen als Kinder durch unser engstes soziales Umfeld.
Wir beginnen im Laufe des Lebens, in Beziehungen uns selbst und andere durch Berührungen zu erfahren, zu nähren. Wir lernen zu unterscheiden, welche Berührungen mögen wir, welche nicht. Was ist uns angenehm und lässt uns offen werden? Welche Berührungen lassen unseren Körper und unser Innerstes sich zusammenziehen?
Berührungen sind die Nahrung für unsere Seele, für unsere Körper, für unseren Geist.
Bekommen wir keine Berührungen, so sterben wir innerlich und werden krank.
Für mich selbst waren und sind Berührungen immer Lebenselexier gewesen. Ich habe als Kind immer gerne andere Menschen und auch Tiere berührt. Ich habe die Blätter und die Blumen draußen gestreichelt, ihre verschiedenen Oberflächen erfahren, mit allen Sinnen aufgenommen.
So sinnlich, wie ich selbst schon als Kind war und auch heute noch bin, so musste ich über viele Jahre beobachten, wie wenige Menschen sich ihre kindliche Sinnlichkeit bewahrt haben, sie leben.
Sie beißen in einen Apfel, ohne vorher seinen Duft aufzunehmen. Sie gehen durch die Natur, ohne deren Schönheit wahrzunehmen. Oft mögen sie sich nicht berühren lassen und berühren auch andere Menschen nicht.
Viele Menschen stumpfen ab in ihrer Sinneswahrnehmung, sie stumpfen ab für sich selbst und ihre Bedürfnisse nach sinnlichen Erfahrungen und damit auch für die ihrer Lieben.
Diese Beobachtungen über lange Jahre waren für mich ein hauptsächlicher Grund, den Menschen achtsame Massagen anzubieten. Den Menschen, die zu mir kommen, einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie durch genau diese achtsame Berührung wieder bei sich ankommen können.
Über Berührungen finden wir wieder zu uns selbst. Wir spiegeln unser Sein in den Händen einer Masseurin/eines Masseurs.
Damit meine ich nicht die „klassische Massage“, die durchaus ihre Berechtigung in den manuellen Therapien hat.
Ich meine eher das Hineinspüren in den anderen, das Innehalten, das Einfühlen, das Horchen, das Lauschen…wenn ich einen Menschen massiere, so ist das für mich immer eine stille Zwiesprache…es entstehen Fragen und Antworten. Manchmal ist es auch nur eine wohltuende Stille, manchmal ein leises Lachen, manchmal auch ein wenig Trauer. Es entstehen z.T. wunderbare Bilder in mir über die achtsame Berührung eines Menschen – für all diese Erfahrungen, für all diese Geschenke bin ich sehr dankbar!
Wann sind sie das letzte Mal wirklich annehmend berührt worden? Wann haben Sie sich das letzte Mal über ihren Körper erinnert, wie sich liebevolle Berührung anfühlt? Wann haben Sie sich das letzte Mal einen Raum gegönnt, in dem Ihnen eine achtsame Massage zuteil wurde? Einen Raum, in dem Sie sie selbst sein konnten, in dem Sie sich wohlfühlten, sich entspannen und loslassen konnten?
Ich wünsche Ihnen eine sinn-liche Zeit.
Heike Bruse
Masseurin und Energiearbeiterin
Reiki-Lehrerin
Weitere Information gibt es bei www.sinnesflut.com
