Definition Bio & Fair

    bio & fair

    Fair & Bio

    Bewusste Verbraucher greifen zu Bioprodukten, damit sie unbelastete Lebensmittel bekommen und um die ökologische Landwirtschaft zu unterstützen. Aber viele fragen sich, ob Bioware auch fair gehandelt wird. Oder ist fair gehandelte Ware automatisch Bioware?

    Was bedeutet fair eigentlich genau?

    Bauern leben in den Schwellen- und Entwicklungsländern vielfach unter erbärmlichen Bedingungen. Oft werden sie von reichen Importnationen auch als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und erhalten für Ihre Arbeit sehr wenig Lohn. Um ihre Familien zu ernähren sind sie gezwungen mit großen Mengen giftiger Pflanzenschutzmittel zu hantieren. Viele Arbeiter werden davon schwer krank. Anstatt zur Schule zu gehen, müssen auch viele Kinder arbeiten. Durch den fairen Handel wird der Lebensunterhalt von über einer Millionen Bauernfamilien gesichert. Es werden langfristige Verträge mit den Bauern abgeschlossen, die ihnen angemessene Löhne und soziale Arbeitsbedingungen garantieren. Durch die Mehreinnahmen ist es möglich Trinkwasseranlagen zu errichten und Schulen für die Kinder zu bauen.

    Mittlerweile werden viele fair gehandelte Waren angeboten - das Sortiment umfasst neben Kaffee und Tee auch Früchte, Schokolade und Honig. Die fair gehandelten Produkte stammen jedoch nicht alle aus ökologischem Anbau. Zu Beginn des fairen Handels war das vorrangige Ziel, Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bauern zu verbessern. Ökologische Kriterien spielten damals kaum eine Rolle.

    Was bedeutet Bio?

    Die ökologische Landwirtschaft steht für artgerechte Tierhaltung und Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Gentechnik. Zertifizierter Biolandbau ist in den Entwicklungsländern jedoch noch nicht weit verbreitet. Die Kriterien sind streng, um seine Ware als Bio verkaufen zu können. Oft haben die Bauern in den Entwicklungsländern jedoch kein Geld für Pestizide und der Anbau ist oft umweltgerecht. Viele Bauern arbeiten aber für Großgrundbesitzer und müssen deren Bedingungen erfüllen, wie z. B. verändertes Saatgut einsetzen. Da Exportschlager wie Kaffee oder Bananen sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind, werden dort große Mengen an Pestiziden eingesetzt. Die Pestizide macht die abhängigen Arbeiter krank und schaden der Natur.

    Um Mensch und Umwelt zu schützen gibt es von der FLO mittlerweile ökologische Mindeststandards für den fairen Handel. Unter anderem gehört dazu ein beschränkter Einsatz von Pestiziden oder der Schutz des Wassers. Bioanbau ist in den ersten Jahren häufig mit geringeren Erträgen verbunden und viele Genossenschaften sind aus kostengründen nicht dazu in der Lage. Die Bauern benötigen auch eine bessere Ausbildung, da die ökologisch Landwirtschaft ein erweitertes Wissen über den natürlichen Pflanzenschutz oder den richtigen Fruchtfolgen erfordert. Meistens zahlen die fairen Handelsorganisationen inzwischen auf den normalen Mehrpreis noch einen Bioaufschlag. Bei gepa wird inzwischen der überwiegende Anteil der Lebensmittel in Bioqualität angeboten.

    Ist Billig-Bio fair?

    Bio ist jedoch nicht gleich Bio. Zwischen bekannten Anbauverbänden wie Bioland und Demeter oder Billig-Bio in Discountern wie Aldi besteht ein großer Unterschied. Bio in Discountern ist nur deshalb so preiswert, weil sie in großen Mengen produziert werden. Leider erfolgt dies nicht auf Basis fairer Handelsbeziehungen. Um die rigiden Forderungen der Großexporteure zu erfüllen, müssen die vertraglich gebundenen Bauern doch wieder Monokulturen mit Folgen für die Umwelt betreiben. Die Böden werden ausgelauft und die natürliche Vielfalt verschwindet. Zwar helfen feste Abnahmen und der Verzicht auf Pestizide den Bauern, doch ihre Gewinne sind extrem gering - und die Rechte für das Bio-Zertifikat ihrer Bananen sind sie auch los. Die Multis bestimmen wohin verkauft wird und stecken den Großteil des Gewinns in die eigene Tasche. Trotzdem stehen sie dank ihrer Bioaktivitäten bei uns mit einem guten Image da.

    Bio & Fair

    "Wer Menschenrechte verletzt, darf nicht mit dem Begriff Bio für seine Produkte werben", heißt es in den Leitlinien des weltweiten Bio-Dachverbandes IFOAM. Oft gehört Bio und Fair schon zusammen. Einige Naturkostfirmen wie z. B. Lebensbaum oder Rapunzel werben mit eigenem Label für faire Partnerschaften. Die Biofirmen beraten die Bauern in fachlichen Fragen, wie z. B. über die Vorteile einer Mischkultur oder zeigen ihnen schonende Verarbeitungsmethoden. Der Bioanteil bei den Fair Trade Produkten beträgt aber schon weit über die Hälfte. Die Richtlinien für fairen Handel und Bioanbau müssen harmonisiert werden, damit Verbraucher nicht mehr länger zwischen TransFair- und Biosiegel entscheiden müssen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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